
no description von eibar bei pixdaus.com
Tür #7
Die Natur, als Gegenstand philosophischer Betrachtungen, lehrt seit den ersten Philosophen eines: Alle Menschen sind gleich.
Die Vernunft gibt dem Menschen die Möglichkeit dies zum humanistischen Imperativ zu machen. Gott, oder aber andere Ideologien als oberste “Instanzen” sind nicht notwendig.
Höheren Zwecken zu dienen hat in der Menschheitsgeschichte unsägliches Leid hervorgerufen. Der Mensch ist Zweck an sich.

Posts
“Höheren Zwecken zu dienen hat in der Menschheitsgeschichte unsägliches Leid hervorgerufen.”
Mag einerseits stimmen, hat anderseits auch ganz großartige Leistungen hervorgebracht.
Also unentschieden!
“Der Mensch ist Zweck an sich.”
Für wen?
07.12.2008 @ 23:18
Oha, da wäre ich vorsichtig. Du machst Dir da eine Argumentation der Politik und der Militärs zu eigen: Militärische Existenz zum Beispiel (die auch immer “höheren” Zwecken dient) und ihr Einfluss auf Gesellschaft, Forschung und Wirtschaft, wird und wurde auch immer damit gerechtfertigt, dass “ja auch viel Gutes” für “die Menschheit” dabei herauskommt.
In Wahrheit beschleunigt militärische Präsenz nur Gesellschaft, Forschung und Wirtschaft. Im Ergebnis beklagen wir dann die Tatsache, dass die Moral der technischen Entwicklung nicht hinterherkommt und wir heute uns der Stellvertreterkriege schuldig machen, die stattfinden müssen, damit z.B. die Militärmaschine – auch im Wirtschaftskreislauf – ihre Erfüllung findet.
Das ist, wie gesagt, ein sehr gefährliches Argument, weil es das Leid der Einen mit dem Wohlergehen der Anderen aufrechnet. Gilt die Prämisse, dass alle Menschen gleich sind, dann sollte das für uns nicht akzeptabel sein.
Forschung zum Beispiel ist ein Urtrieb des Menschen. Er kann nicht anders. Sie – die Forschung – braucht zunächst keinen höheren Zweck um stattzufinden. Sie braucht lediglich Werte und Moral, damit sie zweckgerichtet funktioniert. Haben diese beiden Begriffe den “Menschen” (das ist ein sechs Milliarden-Begriff!) und sein Wohlergehen zum Zweck, dann ist das mehr als wir je hatten.
Deshalb sollte der Mensch Zweck an sich sein, nach meiner Meinung. Die Frage für wen, ist damit beantwortet.
Niemand kann damit Verantwortung abgeben. Keine Moral einer, wie auch immer gearteten höheren Instanz, hinter der man sich verstecken könnte, um zum Beispiel den “geistlichen Befehlsnotstand” für sich zu reklamieren (siehe Tür #5): Achte auf das was Du tust, Mensch, denn Du bist verantwortlich – jetzt.
Das ist für mich der humanistische Imperativ, mit dem die Menschheit erwachsen werden kann.
08.12.2008 @ 1:59
Wow wo bist Du denn hin gelaufen?
Mit “Menschen, die höheren Zwecken dienen” meinte ich eigentlich Persönlichkeiten wie Mutter Theresa, Martin Luther, Martin Luther King, Gandhi und der gleichen.
08.12.2008 @ 23:20
Ja, das sind gute Beispiele:
MLK wurde aus dem gleichen “höheren Zweck” ermordet, für den er auf die Straße gegangen war. Ghandi wurde ermordet von einem Menschen, der seinen höheren Zweck bei Ghandi vermisste. Martin Luther wurde gejagt und gebannt für den höheren Zweck, den er allen Menschen verständlich machen wollte. Mutter Theresa kümmerte sich in der überwiegenden Mehrzahl um Menschen, die aus der Gesellschaft wegen des höheren Zwecks ausgesondert wurden (Stichwort: Kastenwesen).
Das sind Menschen, die in der Tat Gutes gewirkt haben und sie stellen mit ihrem Tun, auch nachträglich, den höheren Zweck sehr in Frage.
Ich war nicht weg vom Thema: Der Mensch ist Zweck an sich. Genau das haben diese Persönlichkeiten aufgezeigt.
09.12.2008 @ 20:00
“Das sind Menschen, die in der Tat Gutes gewirkt haben und sie stellen mit ihrem Tun, auch nachträglich, den höheren Zweck sehr in Frage.”
Und noch ne Flasche Rotwein. Die beiden dürfen wir aber nicht am gleichen Abend leeren.
09.12.2008 @ 22:10