
Ich sollte ein Buch schreiben. Thema: Über das kurze Leben eines sweeten Tweets als Zwitter in Twitter und Kurzreplik zur Politik. Untertitel: Die Klorollen dieser Welt haben die Entwicklung nicht aufhalten können.
Oder aber: Versuch’ Dir mal mit Bits den Hintern zu säubern. Da erweist sich das Digitale doch auf der Stelle als substanzlos. Das liegt doch auf der Hand.
Nur kühne Zeitgenossen schlagen an dieser Stelle wieder einen Haken zu Twitter. Wobei Haken ein gutes Stichwort ist, denn selbige zu schlagen, brachte den Hasen jahrhundertelang evolutionäre Vorteile gegenüber dem Wolf, und dem bundesdeutschen Politiker gegenüber seinem Wähler, ist aber in Twitter völlig nutzlos geworden, denn hier schlägt fast jeder Haken und viele Follower können des Twitterers, respektive Politikers, Tod sein (Hasen gibt es ja nicht viele in Twitter, nur die entsprechenden -hirne, aber das ist ein anderes Thema), wenn er direkt oder vorschnell tweetet.
Denkende Zeitgenossen werfen Politikern ja gerne vor, sich vorschnell und ohne ausreichende Sachkenntnis zu einem Thema zu äußern. Na, da kommt Twitter ja als das ultimative Tool zum reflektierten Aurgumenteaustausch gerade recht: In Twitter wird auf steilen Wellen gesurft. Man nennt sie Trends. Trendwellen sind kurz, steil, hoch und hämmern mit Wucht auf den langen Strand der Realität. Zwar versanden sie dann ebenso, wie die kleinen Wellen, aber, und da wird’s für den Populisten interessant: Man darf sicher sein, es kommt die nächste.
Auf der anderen Seite sind 140 Zeichen jetzt auch nicht gerade viel, wenn man von Worthülsen leben muss. Wie soll Politeuse da einen anständig verschachtelten Satz bauen, der die Inhaltsleere kaschiert. Das lohnt ja kaum das Atem holen. Außerdem sind viele Twitterer selber Meister des inhaltsleeren Tweets. Was einen grundsätzlich glauben lassen darf, dass in jedem von uns ein potentieller Politiker steckt.
Das erschüttert ein klein wenig, aber auch da hilft Twitter, denn, um es mit einem berühmten Filmhelden zu sagen: Getwittert, nicht erschüttert, nimmt der Twitterer als Lebensmotto, und kommt dann auch mit solchen Unglaublichkeiten zurecht: Kein bisschen Frieden im Parlament.
Verschlägt es einem beim Lesen des Artikels noch den Atem, so erweist sich der sofortige Ausstoss eines Tweets zur Sache, als lebensrettende, gehirnreinigende Massnahme:
„Make love, not war“ http://tr.im/rH7B aber nicht im #Bundestag. Politische Botschaften sind dort nicht erlaubt! Achso, ja stimmt! Logisch!
In diesem Sinne: Möge uns nie das Toilettenpapier ausgehen.

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Ohne Klopapier liegts wirklich auf der Hand
10.07.2009 @ 15:10