↑Schrottplatz der Zeitgeistmaterie
Wir stecken in Schwierigkeiten, liebe Freunde des aufrechten Gangs. Wir stecken echt tief in Schwierigkeiten.
Ein paar Jungs haben physikalische Wechselwirkungen zwischen Bewusstsein und Materie entdeckt.
Das hat sie zu der Frage verleitet:
Ist das Jenseits das große Internet der Wirklichkeit? Folgt der Dualismus von Körper und Seele den Regeln der Wellenmechanik? Einige renommierte Wissenschaftler vertreten die These, dass seit dem Urknall ein universeller Quantencode existiert.
Jep, da seht Ihr, wie Ihr guckt. Da könnt Ihr Euch den “Da Vinci”-Code auf’s Klopapier kleben. Der ist Pillepalle gegen den Stoff, den Professor Dr. Hans-Peter Dürr, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik in München und seine Forscher-Kollegen unters Volk bringen:
Dürr vertritt heute die Auffassung, dass der Dualismus kleinster Teilchen nicht auf die subatomare Welt beschränkt, sondern vielmehr allgegenwärtig ist. Mit anderen Worten: Der Dualismus zwischen Körper und Seele ist für ihn ebenso real wie “Welle-Korpuskel-Dualismus” kleinster Teilchen. Seiner Auffassung nach existiert ein universeller Quantencode, in der die gesamte lebende und tote Materie eingebunden ist. Dieser Quantencode soll sich über den gesamten Kosmos erstrecken.
Also das nenne ich dann mal wirklich Internet für Jedermann. Entschuldigung! Für “Jederalien” muss dass natürlich heißen. Da kriegt “MySpace” doch gleich eine ganz andere Bedeutung.
Surfen mit Lichtgeschwindigkeit? Äh, wieviel MBit sind das? Nix DSL! “Welle-Korpuskel-Dualismus”! Alles klar? Das kriegt die Telekom nie hin. Na ja, und Google kann da aber auch noch ein paar Server aufstellen. Das kannste wissen …
Aber halt da kommt noch was:
Konsequenterweise glaubt Dürr – auch aus rein physikalischen Erwägungen – an eine Existenz nach dem Tode. In einem Interview erläuterte er dies wie folgt: “Was wir Diesseits nennen, ist im Grunde die Schlacke, die Materie, also das was greifbar ist. Das Jenseits ist alles Übrige, die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere. Das, worin das Diesseits eingebettet ist. Insofern ist auch unser gegenwärtiges Leben bereits vom Jenseits umfangen. Wenn ich mir also vorstelle, dass ich während meines diesseitigen Lebens nicht nur meine eigene kleine Festplatte beschrieben habe, sondern auch immer etwas in diesem geistigen Quantenfeld abgespeichert habe, gewissermaßen im großen Internet der Wirklichkeit, dann geht dies ja mit meinem körperlichen Tod nicht verloren. In jedem Gespräch, das ich mit Menschen führe, werde ich zugleich Teil eines geistigen Ganzen. In dem Maße, wie ich immer auch ein Du war, bin ich, wie alles andere auch, unsterblich.”
Oha, das ist heftig! Das würde ja bedeuten, dass
1. nach dem Tod die Show erst richtig losgeht und zwar in der Allways-Online-Großraum-Quanten-Disko und nicht im Langweiler-Ewigkeits-Wartesaal der Christen, und
2. Der ganze Mist, den wir hier produzieren uns dort als “Best of”-Mashup um die Ohren geschlagen wird!?
In ganz ähnlicher Weise hat sich bereits der Quantenphysiker David Bohm, ein Schüler und Freund von Albert Einstein, geäußert. Sein Resümee: “Die Ergebnisse der modernen Naturwissenschaften ergeben nur noch einen Sinn, wenn wir eine innere, einheitliche, transzendente Wirklichkeit annehmen, die allen äußeren Daten und Fakten zugrunde liegt. Das Bewusstsein der Menschheit ganz in der Tiefe ist eins.”
Ich werde eins sein mit Dieter Bohlen, Lothar Matthäus und Oliver Kahn? Och, nö, kommt schon, Jungs!? Was is’ bloß aus dem guten altmodischen Atheismus geworden?
Ich will sofort zurück in die Matrix.
![Reblog this post [with Zemanta]](http://img.zemanta.com/reblog_a.png?x-id=34611a4b-ed0a-45d4-a06a-6937e60534b8)

Posts
Habe gestern bereits sehr viel zu dem Thema geschrieben,was allerdings ungelesen im Nirvana verschwand, da ich keine Email angab. Scheiß Prog!! (Dear Jo;-)
Zusammen fassend, in Kurzform möchte ich mich heute noch einmal mit den dargestellten Thesen konform erklären und bitte um weitere Stellungnahmen anderer Gäste vom
Cafe.
Das Thema interessiert mich wirklich sehr.
Armin
30.10.2008 @ 23:33
Vor ca. 25 Jahren vertrat ich mal die These, das uns diese Form unseres Lebens oder Daseins eine Plattform eröffnet, in einem kollektiven Gesamtbewußtsein von einander zu lernen.
Machst Du dies, tut mir jenes weh (zum Beispiel).
Ein globaler Lernprozess im Umgang miteinander, der in jedem Augenblick überall auf der Welt bei allen lebenden Personen stattfindet.
Wenn ich das mal so reflektiere – hat das auch noch nach 25 Jahren Bestand.
Wie siehst Du das und Dich?
31.10.2008 @ 23:55
Na ja, das ist ja nun eher eine mittlerweile sehr bekannte Einsicht in unserem Makrokosmos: Die Vernetzung, respektive Kybernetik, die unsere Welt bestimmt. Alles hat Auswirkung auf Alles. Und das ist hier ein recht großer Begriff, denn die Herren reden nicht von unserer Welt, sondern vom Universum.
Im Mikrokosmos geht nun aber die Entdeckung der Vernetzung weiter und es bleibt immer weniger Platz für einen Schöpfer, wie mir scheint und unser Sein wird weniger personal definiert. Insofern trifft Deine Sichtweise was die reaktiven Muster betrifft zu.
06.11.2008 @ 15:35