mosh by ~sean-tron on deviantART
Warum kriegen aktuelle deutsche Entscheidungsträger Moralanfälle mit Wortausschlag und Schnappatmung mit Vorurteilspusteln, wenn es um das Internet geht?
Weil das Internet aus der Distanz der “Neu-fremd-unheimlich”-Pose betrachtet für sie aussieht, wie ein beständig sich verändernder, vergrößernder und dabei scheinbar unkontrollierbarer Wirbelsturm.
Sein Wesen ist aber die Veränderung. Das haben die Politeusen – zumindest unbewusst – registriert. Stetige Veränderung und Evolution. Also etwas, was dem im Kapitalismus großgezogenen, wiedervereinigten deutschen Wohlstandspolitiker die Schweißperlen auf die Stirn treibt.
Oh ja, es gibt Ausnahmen. Wir wollen nicht schnöde pauschalisieren. Es gibt die Nach-Schröder-Generation, die sich der Tatsache bewusst ist, dass das Internet irgendwann der Ort der Entscheidung – der Wahl-Entscheidung – sein wird. Diese Art flutet langsam das Netz an seinen sozialen Brennpunkten: den Communitys, den Twitters, den Blogs. Randbemerkung: Glücklicherweise ist G. Westerwelle entweder zu beschäftigt, oder nicht virtuell genug sozialisiert, um das Netz für seine nächste “18 ’til I die”-Aktion zu nutzen.
Ich binde hier keine Links zu den Politeusen ein. Sucht sie selber, die bloggenden, twitternden Politikanten. Obwohl … das werdet Ihr kaum tun müssen, denn man stolpert allenthalben über sie.
Die deutsche Politenz ist im Moment wie Opel und GM: Sie fusionierte in Anbetracht der unbekannten Herausforderung und baute fleißig Antworten für Fragen, die so keiner gestellt hat. Sprich, man produzierte und produziert am Markt vorbei.
Das ist tragisch, aber erklärbar, und steuert dennoch, wie so vieles dieser Tage, auf eine geistige Insolvenz zu.
Dann halt doch noch ein paar Links, weil Bilder oft so sehr Sinn machen:
A self-burial by the sea
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