
‘When Helmets Make No Sense’
posted by jchip8 via pixdaus.com
Die sicherste Art etwas zu verpassen, ist die Angst vorm, und der aufkommende Gehirn-Aktionismus beim Nicht-verpassen-wollen-tun. Man weiß zwar im Anschluss dann in der Regel nicht, was man verpasst hat, respektive ob man überhaupt etwas verpasst hat, das doofe Gefühl aber, dass da etwas war, oder sein müsste, bleibt. Wie ein beständiger Juckreiz an einer Stelle, an der man sich schlecht selber kratzen kann, bleibt da ein McDonalds-Gefühl: Zwar hat man gegessen und heftig gelöhnt, ist aber trotzdem weder satt, noch zufrieden hernach.
Das ist wie mit den abertausenden von Bildern und Bildchen und Einblendungen im Internet: Man ist tierisch genervt von all dem Augenpulver und Blinkegedöhns und Pixelmaterial, womit man beim Surfen beschossen wird, aber wehe da kommt statt des erwarteten Bilds nur der kleine Platzhalter mit dem Fragezeichen, der andeutet, dass der vermeintliche Inhalt an dieser Stelle fehlt – aus welchem Grund auch immer – dann werden wir sauer! Da sollte etwas sein und ist nicht! Klar, ist es wahrscheinlich kacke und überflüssig, aber:
Es-wurde-erwartet-und-es-ist-nicht-da-und-das-nervt!
Ist der Mensch, der sich solcherart im normalen Erwerbsleben verhält und quält, ein produktives Mitglied dieser Gesellschaft und mithin volljährig, ist er ein potentieller Kunde für das Psychologen-Gewerbe und darum Zielgruppe für das Produkt: “Midlife-Crisis”!
Diese Krise in der Lebensmitte ist wohl so ziemlich das dämlichste und nervigste Psycho-Klischee überhaupt.
Ich stelle es mal in den digitalen Denk-Raum:
Wer erst eine Krise in der vermeintlichen Lebensmitte braucht um über den Sinn seines vergangenen, augenblicklichen und zukünftigen Treibens auf diesem Planeten nachzudenken, der hat aber lecker gepennt bisher – egal, wie alt er gerade ist.
Als ob unser Selbst wirklich Halbzeitbilanz ziehen wollte. So wie das Halbjahreszeugnis in der Schule, welches unmissverständlich andeutet, dass die bisherige, und hiermit dokumentierte Leistung doch grosse Zweifel am Erreichen des Klassenziels aufkommen lässt. Als ob unser Selbst das alles wirklich realisierte, und es bloss nicht in unser Bewusstsein vordringen lässt, bis dann endlich mit Beginn aufkommender Knie- und Kreuzschmerzen der Verdrängungsspeicher voll ist und die Entladung kommt.
Mittlerweile wird die “Midlife-Crisis” doch sogar schon von mehreren Generationen beansprucht, weil griffig: Da sitzt auch der Mitzwanziger schon mal zu Hause auf der Designer-Couch und fragt sich, was da denn wohl noch kommen soll: Für den Rest des Lebens twittern, Gruppen in Communitys beitreten, digital gegen Folterungen abstimmen und Blog-Artikel mit Diät-Erfahrungen beim Kampf gegen Übergewicht lesen?
So betrachtet wäre meine “Midlife Crisis” schon im zarten Alter von 15 oder 16 Jahren ausgebrochen, als ich die Fragen nach dem Sinnen und Treiben unserer Gattung mit praktischen Theologen diskutierte und deren wissend-lächelnd gegebene Antworten nichts als das oben schon beschriebene McDonalds-Gefühl produzierten: ChickenMcNuggets ohne Soße, quasi. Will heißen: Pass auf, dass Du die Schachtel nicht mit isst! Die schmeckt genauso nach nichts. Wie kann man nur so schnell zufrieden sein?
Das, was wirtschaftlich begabte Psychologie-Fuzzies mal mit dem Namen “Midlife-Crisis” belegten, ist nichts anderes als die Frage nach …
[das ganze Dilemma und die Aufösung des Selbst nach dem Klick]